Information & Kommunikation – wenn du wissen musst, was passiert

Bei einem ernsten Ereignis ist der Zugang zu verlässlichen Informationen ein wichtiger Teil deiner Vorsorge.
Was ist passiert? Welches Gebiet ist betroffen? Sollst du zu Hause bleiben oder den Ort verlassen? Ist das Wasser trinkbar? Wo gibt es Hilfe und welche Anweisungen geben die Behörden?
Im Alltag erhalten wir fast alle Informationen über das Mobiltelefon und das Internet. Bei einem längeren Stromausfall oder einer größeren gesellschaftlichen Störung können jedoch sowohl Internet und Mobilfunknetz als auch die Möglichkeit, unsere Geräte aufzuladen, beeinträchtigt sein.
Deshalb sollte deine Vorsorge Möglichkeiten umfassen, wichtige Informationen auch dann zu empfangen, wenn die üblichen Kommunikationswege nicht funktionieren.
Baue deine Informationsvorsorge auf drei Dingen auf:
✦ Wichtige Informationen empfangen können
✦ Wichtige Geräte betriebsbereit halten können
✦ Einen Plan für die Kommunikation haben
Radio ist ein wichtiger Warn- und Informationskanal
Bei einer Krise oder größeren Gefahrenlage spielt der Rundfunk in Deutschland eine wichtige Rolle. Überregionale, landesweite und lokale Radiosender können amtliche Warnungen und wichtige Informationen an die Bevölkerung übermitteln.
Dabei kann es beispielsweise darum gehen, was passiert ist, welche Gebiete betroffen sind, wo Trinkwasser ausgegeben wird, ob Evakuierungen stattfinden oder welche anderen Anweisungen die zuständigen Behörden geben.
Deshalb ist es sinnvoll, bereits im Voraus zu wissen, welche lokalen oder regionalen Radiosender du an deinem Wohnort oder am Standort deiner Organisation empfangen kannst.
Wenn Internet und Mobilfunknetz nicht wie gewohnt funktionieren, musst du trotzdem Informationen empfangen können.
Halte ein Radio bereit, das ohne Steckdose funktioniert
Ein Radio ist eine einfache und robuste Möglichkeit, Informationen zu erhalten, wenn andere Kommunikationswege nicht funktionieren. Es muss natürlich auch bei einem Stromausfall genutzt werden können.
Batteriebetriebenes Radio
Ein batteriebetriebenes Radio ist einfach und zuverlässig, solange Ersatzbatterien vorhanden sind. Der Vorteil besteht darin, dass die Energieversorgung leicht planbar ist und Batterien separat gelagert werden können.
Kurbelradio
Ein Kurbelradio verfügt über einen eingebauten Akku, der manuell geladen werden kann. Viele Modelle können außerdem über USB oder Solarzellen geladen werden und kombinieren das Radio beispielsweise mit Taschenlampe und Powerbank.
Zusätzliche Funktionen können praktisch sein, doch aus Sicht der Informationsvorsorge ist die Möglichkeit, Radiosendungen zu empfangen, entscheidend.
Amtliche Warnungen der Bevölkerung
Bei schweren Unfällen, Gefahrenlagen und anderen Ereignissen können die zuständigen Behörden amtliche Warnungen an die Bevölkerung herausgeben.
Eine amtliche Warnung enthält Informationen darüber, was passiert ist, und Handlungsempfehlungen für Menschen im betroffenen Gebiet.
Radio ist daher nicht nur eine Möglichkeit, Nachrichten zu verfolgen. Es kann ein direkter Kanal für Informationen sein, die beeinflussen, wie du dich verhalten solltest.
Nutze mehrere Informationswege
Solange Internet und Mobilfunknetz funktionieren, stehen mehrere wichtige Informationsquellen zur Verfügung. Entscheidend ist, sich nicht von einem einzigen Kanal abhängig zu machen.
Bundeswarnportal & Warn-App NINA
Das Bundeswarnportal warnung.bund.de und die Warn-App NINA stellen amtliche Warnmeldungen für Deutschland bereit und informieren über unterschiedliche Gefahrenlagen.
Kommune & lokale Behörden
Können beispielsweise über Wasserversorgung, lokale Anlaufstellen, örtliche Störungen und andere relevante Gegebenheiten an deinem Aufenthaltsort informieren.
Notruf 112
Bei akuter Gefahr für Leben oder Gesundheit sowie bei Bränden und anderen Notfällen gilt in Deutschland die europaweite Notrufnummer 112.
Notstrom für Telefon und andere Geräte
Selbst wenn das Mobilfunknetz funktioniert, ist das Telefon kaum hilfreich, wenn der Akku leer ist.
Eine oder mehrere geladene Powerbanks können daher ein einfacher Bestandteil der Vorsorge sein. Bei längeren Ausfällen kann ein größerer Batteriespeicher oder eine andere Notstromversorgung zusätzliche Ausdauer bieten.
Doch eine Notstromversorgung ersetzt kein Radio.
Ein großflächiger Stromausfall kann die Infrastruktur beeinträchtigen, von der dein Telefon abhängig ist – unabhängig davon, wie viel Akkuleistung du selbst noch hast. Deshalb ist es sinnvoll, sowohl wichtige elektronische Geräte laden zu können als auch über einen alternativen Weg Informationen zu empfangen.
Notstrom hält deine Geräte in Betrieb. Er garantiert nicht, dass das Netz, über das sie kommunizieren, weiterhin funktioniert.
Legt fest, wie ihr in Kontakt bleibt
Kommunikation bedeutet auch, einander finden und erreichen zu können.
Wenn mitten am Tag etwas passiert, können sich Familienmitglieder bei der Arbeit, in der Schule oder an anderen Orten befinden. Ist gleichzeitig der Telefonverkehr gestört, kann ein einfacher Plan sehr hilfreich sein.
Legt beispielsweise fest, wo ihr euch trefft, wenn ihr einander nicht erreichen könnt, und wen ihr kontaktiert, wenn jemand nicht wie geplant nach Hause kommt.
Für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ist dasselbe Prinzip Teil der Kontinuitätsplanung. Wer muss wen erreichen können? Welche Kommunikationswege stehen zur Verfügung, wenn die regulären Systeme ausfallen? Welche Personen, Funktionen und Telefonnummern müssen auch offline verfügbar sein?
Wenn Telefon und Internet jetzt ausfallen würden – wie würdet ihr Informationen erhalten und miteinander Kontakt aufnehmen?
Prüfe Quellen kritisch, wenn die Informationslage unsicher ist
Bei größeren Ereignissen verbreiten sich Informationen schnell. Das gilt auch für Falschinformationen, alte Bilder, Gerüchte und bewusst irreführende Angaben.
Versuche deshalb, zwischen bestätigten Behördeninformationen, journalistischer Berichterstattung und unbestätigten Angaben in sozialen Medien zu unterscheiden.
Prüfe, wer hinter der Information steht, wann sie veröffentlicht wurde und ob die Angaben von anderen zuverlässigen Quellen bestätigt werden.
In einer Krise ist es wichtiger, dass Informationen korrekt sind, als sie als Erster zu erhalten.
Baue deine Informationsvorsorge auf
Eine funktionierende Informationsvorsorge muss nicht kompliziert sein. Beginne mit drei Ausweichmöglichkeiten.
Empfangen
Halte ein Radio bereit, das unabhängig vom Stromnetz funktioniert, und informiere dich darüber, welche lokalen oder regionalen Sender du an deinem Standort empfangen kannst.
Betriebsbereit halten
Halte Ersatzbatterien, Powerbanks oder andere Notstromlösungen für wichtige elektronische Geräte bereit. Lade deine Geräte regelmäßig auf.
Den Plan offline bereithalten
Schreibe wichtige Telefonnummern, Kontaktwege, Treffpunkte und andere Informationen auf, die sonst nur auf dem Telefon oder in der Cloud gespeichert sind.
Ausrüstung für Information und Kommunikation
Die richtige Ausrüstung bietet alternative Möglichkeiten, Informationen zu empfangen und wichtige elektronische Geräte betriebsbereit zu halten, wenn die reguläre Infrastruktur beeinträchtigt ist.


Wenn etwas passiert, musst du nicht nur vorbereitet sein – du musst wissen, was passiert und wie du handeln solltest.




